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Murunda, Nordmalawi

 

Projektwechsel in einem schwierigen Moment

 

Die Planung stand und die Sammlung lief, als IPA von einem Projekt der KfW Entwicklungsbank am gleichen Ort erfuhr. Eine schnelle Neuorientierung war gefragt.


In ihrer Arbeitshaltung zeigten die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wohlen, dass ihnen das Projekt am Herzen liegt. Höhepunkt der Sammelaktionen war eine Volleyballnacht. Vielleicht wurde der Aufwand am Anfang etwas unterschätzt, aber der Event war wirklich ein Erfolg. Im Engagement für ihr Projekt wurden sie unterstützt von einer Gruppe von Jugendlichen, die am IPA- Umwelteinsatz von 2019 in Soazza (GR) teilnahmen. Zusammen hatte man Grosses vor: die Sanierung und den Ausbau des medizinischen Zentrums von Kaweche in Malawi. Das Budget war mit über CHF 100'000.- eine Herausforderung, die die Wohlener voller Elan annahmen. Von baulichen Massnahmen bis zur Einrichtung und Ausrüstung, von einer Weiterbildung bis zur Anschaffung eines Solarkühlschranks – an alles hatten die Jugendlichen gedacht. Über die Hälfte der Summe lag schon bereit, als ein Mail des IPA-Partners aus Malawi eintraf. «Es gibt in Kaweche ein grosses Projekt der KfW», schrieb er, «die Arbeiten haben schon begonnen». Im IPA-Büro in Zürich brach Hektik aus. Rückfragen wurden nach Malawi geschickt, der Kontakt zur Kreditanstalt für Wiederaufbau gesucht. Deren Antwort: Es habe eine Vorstudie und eine Studie gegeben. Das Projekt sei im Rahmen eines grösseren Programms schon lange geplant, und alle Stakeholder vor Ort hätten das gewusst. Aha! IPA war also nicht informiert worden, weder vom Gesundheitsdirektor der Region noch von der Bevölkerung - und schon gar nicht von den Angestellten im Kaweche Health Centre. Sie alle dachten sich wohl, aufgrund leerer Versprechungen in der Vergangenheit: lieber zwei Projekte als keines.


Glückliche Erben


Da war nichts zu machen, und der Vorschlag der KfW, das IPA-Projekt vorerst zurückzustellen und später ihr Projekt (im Umfang von einer Million Euro) noch zu ergänzen, überzeugte nicht. Nur ein Wechsel des Projektorts kam in Frage, denn während verschiedenen Arbeitsreisen hatte man schon ähnliche medizinische Stationen gesehen. Nun musste das Malheur der Klasse in Wohlen und vor allem den institutionellen Spendern erklärt werden. Alle reagierten aber unkompliziert und waren damit einverstanden, ein anderes medizinisches Zentrum zu unterstützen. Und so konnte das Jalawe Health Centre in Murunda das Projekt von Kaweche erben. Das lohnte sich für die Bergregion, denn die Jugendlichen erreichten ihr Sammelziel. Endlich hat die Station, die 6'500 Menschen versorgt, fliessendes Wasser, medizinische Geräte, eine angemessene Einrichtung, Solarstrom und sogar ein Personalhaus mit zwei Wohnungen. Die Wirkung war sofort sichtbar: Der Gesundheitsdirektor dieser Region schickte mehr Pflegekräfte, so dass sich die Versorgung der Menschen schlagartig verbesserte. «Ich freue mich sehr über die Hilfe», meinte er, "einige der Geräte gibt es nicht einmal im Distriktsspital". Die Nyasa Times berichtete von der kleinen Feier, die Jugendlichen in der Schweiz dürfen sich auf eine spannende Abschlusspräsentation freuen, und IPA wird bald einmal das Spital des Distrikts besuchen.


Mehr Pflegekräfte dank eines Personalhauses